Ermittlungsprotokoll – V. Grant, Tag 15
Endlich habe ich das Gefühl, wieder auf dem richtigen Weg zu sein.
Mein Gespräch mit Isabella Rossi brachte mehr Klarheit, als ich erwartet hatte. Nicht durch offensichtliche Antworten, sondern durch die Art, wie bestimmte Details plötzlich begannen, sich miteinander zu verbinden. Ich komme näher. Ich kann es spüren.
Und jemand anderes offenbar ebenfalls.
Der Schatten ist zurückgekehrt. Deutlicher als zuvor. Weniger vorsichtig. Ich stelle es inzwischen nicht mehr infrage. Ich werde verfolgt.
Seltsamerweise empfinde ich das als Bestätigung.
Ein Gedanke kam mir, als ich betrachtete, was von Sophias Stand übrig geblieben ist. Oder vielmehr das, was eben nicht zerstört wurde. Wie praktisch, dass ihre eigentliche Arbeit an einem anderen Ort stattfindet, unberührt vom Feuer. Günstig.
Zu günstig.
Und sie ist damit nicht allein.
Diejenigen, die unter dem Feuer gelitten haben, scheinen etwas Merkwürdiges gemeinsam zu haben. Keiner von ihnen wirkt wirklich von dem Verlust gezeichnet. Es gibt immer irgendeinen Vorteil, einen stillen Gewinn, etwas, das den Schaden abmildert.
Glück, nennen sie es.
Doch wenn sich Glück oft genug wiederholt, beginnt es wie Absicht auszusehen.
Ja … ich bin wieder auf der richtigen Spur.
Als Nächstes werde ich Benjamin Taylor in der Buchhandlung aufsuchen.
